Das Hackbrett

Das Hackbrett ist ein Saiteninstrument, das aus instrumentenkundlicher Sicht zu den Kastenzithern gehört. Moderne Instrumente haben die Form eines Trapezes. Auf der Decke des Hackbretts sind zwei Stege angebracht, über die die Saiten laufen. Meist gruppieren sich drei Saiten zu einem Ton. Das nennt man dann „dreichörig“. Die Saiten werden mit Stimmwirbeln gestimmt, was bei der großen Anzahl an Saiten (ca. 100) ein langwieriges Unterfangen werden kann! Angeschlagen werden die Saiten mit Holzschlägeln, die mit Leder oder Filz überzogen sind.

Lange Zeit waren in der alpenländischen Volksmusik nur diatonische Instrumente in Gebrauch, die hauptsächlich als Begleitung in der Tanzmusik zum Einsatz kamen. Auch für Schwaben gibt es Belege, dass Vorformen des Hackbretts gespielt wurden (z.B. aus Weißenhorn oder Obergünzburg).

Der Salzburger Volksmusikant Tobi Reiser (1907-1974) entwickelte dann in den 1930er Jahren zusammen mit dem Instrumentenbauer Heinrich Bandzauner ein Instrument, mit dem es möglich war, Melodien in allen Tonarten zu spielen. Diese chromatische Version des Instruments eröffnete den Musizierenden ganz neue Möglichkeiten. In Kombination mit Zither, Gitarre und Harfe etablierte sich eine Besetzungsform, die als Stubenmusik Eingang in die alpenländische Volksmusikszene bekommen sollte und vor allem in den 1950er/60er Jahren sehr beliebt wurde.

Mittlerweile wird mit dem Hackbrett in verschiedensten Stilrichtungen musiziert – von der Klassik bis zum Jazz. Auch entwickelte man im Laufe der Zeit tiefere Varianten des Instruments, wie z.B. Tenor-, Bass- oder gar Kontrabasshackbretter.